Endlich Afrika

10.09.2013 Kirchberg – Afrika

Endlich starten wir nach Afrika.

Die letzten vier Wochen waren ziemlich hektisch und intensiv und deshalb sind wir froh die erste Etappe in Angriff zu nehmen.

Netterweise hat uns unser Nachbar Dani nach Burgdorf gebracht. So mussten wir nicht mit dem schweren Gepäck bis zum Bahnhof in Alchenflüh laufen und das gehetze mit den 3 Minuten Umsteigezeit  dort, blieb uns auch erspart.

In Olten und Basel konnten wir ohne zu rennen die Züge erreichen und die Zeit bis zum Flughafen Frankfurt verstrich ziemlich schnell. Das Erreichen des Check in- Schalters ist mit viel laufen und einem Bustransfer verbunden. Aber wir konnten unser Gepäck, trotz leichtem Übergewicht von insgesamt 4kg, problemlos aufgeben. Da wir ziemlich früh da waren, hatten wir noch Zeit für einen Kaffee und einen Bummel durch die Läden. Das Boarding war pünktlich und der Flug verlief  ereignislos. Nur zum schlafen kamen wir so gut wie gar nicht, denn wir hatten das Pech dass unsere Plätze neben den Toiletten waren. Türen, Riegel und Spülung waren schon nervig genug, als dann aber Leute noch laut vor dem Klo diskutierten, konnte Emanuel sich die Frage ob es auch etwas leiser ginge nicht verkneifen.

11.09.2013 Windhoek

Um halb fünf war dann wieder Tagwacht, Frühstück wurde serviert und die Anmeldezettel für die Passkontrolle verteilt. Kurz nach sechs landeten wir auf dem Flughafen von Windhoek. Das war fast ein halbe Stunde früher als geplant. Bis wir uns aber bei Budget melden konnten, um unseren Mietwagen  abzuholen, war es fast sieben. Hier wurden wir erst um 10:30 Uhr erwartet, wir waren also viel zu früh. Emanuel wusste nicht genau ob den Honda Jazz für sieben oder halb acht bestellt hatte. Aber bei der Buchung  scheint etwas schief gelaufen zu sein. Zudem hatte man keinen Toyota Korolla zur Verfügung, den wir ja auch nicht gebucht hatten. Aber man gab uns einen Honda CRV, mit Automat, Tempomat, elektrisch einstellbare Sitz usw.  Aber der musste noch gewaschen werden und das sollte etwa ein halbe Stunde dauern. Aus dieser wurde dann natürliche ein ganze Stunde. Wieder einmal hatten wir Zeit für einen Kaffee! Nach der Wagenübergabe fuhren wir nach Windhoek in die Pension Uhland. Hier war unser Zimmer, wie wir erwartet hatten, noch nicht bereit. Dafür wurden wir gleich zum Frühstück eingeladen. Wir hatten zwar keinen grossen Hunger, aber ein Kaffee und ein feiner  Fruchtsalat, halfen uns wach zu bleiben. Im Zimmer angekommen, mussten wir erst mal eine Runde die Füsse hochlegen. Wieder einigermassen fit fuhren wir ins Stadtzentrum.  Emanuel wollte in der Deutschen Buchhandlung die Namibia- Karte von Tracks 4 Africa kaufen. Und im Craft-Center (schon wieder) Kaffee und Kuchen ist für uns schon zur Tradition geworden. Danach dösten wir am Pool . Nach dem Abendessen im“ The Gourmet“ fielen wir um neun kaputt ins Bett.

12.09.2013 Windhoek

Gestern hatten wir am Empfang einen Besuch des Townships Katutura vereinbart. Die Führung übernimmt jeweils eine Angestellte der Pension die gerade dort wohnt. Wir und zwei junge Frauen aus Deutschland wurden von Hilde herumgeführt. Sie zeigte uns einen Markt wo es alles für den täglichen Gebrauch zu kaufen gibt. Vom Gemüse, über getrocknete Mopanewürmer, Fleisch (roh oder gebraten), Fisch und Holz war da alles zu finden.

Getrocknete Mopane Würmer

Fleischmarkt

Wir besuchten auch das Penduka Center, ein Projekt, wo Frauen Souvenirs herstellen, die im eigenen Laden verkauft werden. Ein Restaurant gehört ebenfalls zur Anlage, die idyllisch an einem Stausee liegt, auf dem unzählige Pelikane schwimmen. Die Einnahmen kommen einer Organisation zur Betreuung von Vorschulkindern zugute.

Hilde führt uns in einen anderen Teil von Katutura. Hier leben die Menschen in Wellblechhütten.  Hier gibt es keinen Strom und Wasser muss an Zapfstellen geholt werden. In diesem Teil des Townships ist die Kriminalität sehr hoch und Hilde sagt, es sei gefährlich hier herumzulaufen. Sie selbst hält sich hier nicht gerne auf.

Sie zeigt uns auch ihr Haus. Es ist ein Ein- Zimmer Haus mit Küche und Badezimmer und sie hat Strom und Wasser. Das eine Zimmer ist am Tag Wohn- und nachts  Schlafzimmer. Es ist kaum vorzustellen, dass Hilde und ihr Mann hier mit vier Kindern gewohnt haben. Nun ist der Mann tot und die Kinder wohnen nicht mehr zu Hause. Aber sie ist froh, dass es  ihr eigenes ist. Das Gelände wäre gross genug um noch ein zweites Häuschen  drauf zu stellen. Aber dafür fehlten ihr immer die Finanzen.

Auf dem Rückweg kommen wir noch zum  Zeltlager der Strassenkinder. Sie leben dort in kleinen Igluzelten, die in der Schweiz an Open Air Konzerten massenhaft zurück gelassen werden .

Wir wollen für die nächsten Tage noch etwas Reiseproviant einkaufen, deshalb fahren wir noch in ein Shopping center.

Wir haben  noch keine Lust bei der Unterkunft herum zu hängen. Also fahren in den 15km östlich der Hauptstadt gelegenen Daan Viloejen  Park.  Viel Zeit haben wir nicht um ihn zu besuchen denn um 18 Uhr müssen wir wieder draussen sein. Das Schöne hier ist, dass man ihn gefahrlos zu Fuss erkunden kann. Es gibt hier alle möglichen Arten von gehörnten Viechern,  aber keine Raubtiere, Nashörner oder Elefanten. Auf unsrer viel zu kurzen Wanderung durch den Busch haben wir Kudus, Elande, Gnus, Kuhantilopen und eine Warzenschweinfamilie gesehen. Giraffen leider nur bei der Herfahrt von ausserhalb des Parks, dafür aber malerisch auf der Kuppe eines Hügels.

Gnus

Strauss

Für das Nachtessen wurde uns das La Marmite empfohlen. Zu Fuss haben wir es nicht gefunden, deshalb haben wir uns mit dem Auto auf die Suche gemacht.  Mit einem scharfen kamerunischen Oryx Curry haben wir den Tag abgeschlossen.

13.09.2013 Windhoek –Grünau

Heute wollen wir in den Süden Namibias fahren, denn wir wollen die nächsten Tage ins südafrikanische Namaqaland. Vielleicht sind wir diesmal zur richtigen Zeit  für die alljährliche Blütenpracht da.

Wir haben dafür eine Strecke von knapp 660km durch unterschiedliche Landschaften zurück gelegt.  Zuerst hügeliges Gelände, danach flache Halbwüste um dann zu den Karas Bergen zu gelangen  Trotz drei Baustellen und einer Polizeikontrolle kamen wir gut vorwärts. In Ketmanshoop wollten wir  eine Kaffeepause einlegen, Aber Uschis Kaffestube aus dem Reiseführer scheint es nicht mehr zu geben.  Dafür zeigte unser Honda am Cockpit einen platten Reifen an, was aber bei einer optischen Inspektion nicht bestätigt wurde. Zur Sicherheit liessen wir an der nächsten Tankstelle den Reifendruck an allen vier Rädern prüfen. Die Anzeige meldete immer noch einen Platten.  Im Honda-Handbuch stellte Emanuel fest, dass man die Überwachung initialisieren kann. Das machten wir dann auch bei einem kurzen Halt und die Fehleranzeige war dann auch wieder weg. Ausserhalb des Ortes fanden wir ein Wimpy wo wir dann doch noch zu einem Kaffee kamen. Hier trafen wir auf die Besitzer eines  Land Cruiser mit Camperaufbau, der mit einem Schweizer und einem Aargauer Wappen verziert war. Nach einem Spruch, dass man die Aargauer auch überall trifft, erfuhren wir, dass  Margrit (Schweiz) und der Südafrikaner Dave  auf dem Heimweg zu ihrer Farm in der Nähe von Kimberly sind. Nach einem kurzen Plausch trennen wir uns und jeder geht vermeintlich seines Weges. Unser Weg soll uns zum Gästehaus „The White House“ bringen.  Das Hauptgebäude wurde 1912 als Aussenposten der deutschen Schutztruppen erbaut und gehört heute zur Farm von Kinna und Dolf de Wet. Bei unserm Chalet Nummer 6 angekommen, sehen wir einen Toyota Offroader der doch sehr dem von Margrit und Dave ähnelt. Sie sind es tatsächlich und wollen  hier auf dem Campingplatz übernachten.

Mit der Unterkunft hatten wir auch Nachtessen und Frühstück bestellt, was uns Dolf und seine Tochter um halb acht von der drei Kilometer entfernten Farm bringen. Es gibt Lammgigot, Kartoffelpüree und Broccoli. Zur Nachspeise noch eine Art Pfannkuchen. Alles sehr fein und in grosszügigen Portion. Das Lamm ist von der Farm und absolut biologisch wie mir Dolf stolz versichert. Nach seiner unvoreingenommen Ansicht das besten Lammfleisch der Welt, was wir mit schweizerischer Neutralität bestätigen können.

Mehr Fotos unter:
Namibia 2013
Südafrika 2013

 

Über Swissnomads

Wir sind seit Februar 2013 pensioniert und im September 2013 mit unserem Mercedes Benz 310 4x4 los gezogen um Afrika bis April 2019 zu "erfahren". Wir machten aber hie und da auch einen Heimaturlaub. In den letzten 20 Jahre waren wir zusammen schon etliche Male im nördlichen und südlichen Afrika unterwegs. Emanuel hat bereits in den 70er in Südafrika gearbeitet und ist anschliessen mit einem VW Bus zurück in die Schweiz gefahren.
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3 Antworten zu Endlich Afrika

  1. Joni Germann schreibt:

    Danke für die colen news, man ist fast dabei. Wünsche euch noch ganz viele schöne Abeteuer, die wir ja dann auch miterleben können 😉 Liebe Grüsse Joni und Sylvia

  2. Douw Krüger schreibt:

    Es ist klar. Ihr seid in dem schönsten Land auf der Welt angekommen! Ab und zu zeigt mein Reifencomputer auch falschen Reifendrück. Ja, auf dem Land sind die Portionen nicht klein. Darum sind die Leute auch nicht klein! Grosser Sturm heute in Kapstadt. Aber morgen früh fahren wir auch ab. Viel Spass weiter.

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